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Der Ausstellungsraum

Hier werden insbesondere wertvolle sakrale Gegenstände der Kirchengemeinden aufbewahrt. In den Vitrinen wird Festtagsporzellan gezeigt, das - wie fast alle Gegenstände des Museums - von Ginsheimer und Gustavsburger Bürgern stammt.

Die "Gut Stubb"
Lassen Sie sich einfangen von der Zeit zu Beginn unseres 20. Jahrhunderts: Sieht die gut Stub' (die Wohnstube) nicht aus, als wäre sie gerade wieder einmal hergerichtet für einen der wenigen hohen Feiertage, an denen die Wohnstube auch wirklich genutzt wurde? Nur der Ofen ist noch anzuheizen, und schon können die Familienmitglieder und die feierlich gewandeten Besucher kommen. Vielleicht zur Kerb, wenn die Hausfrau auf dem großen Kuchenblech einen Kuchen vorbereitet und ihn zum Bäcker gebracht hat, um ihn dort backen zu lassen. Der Kaffee - möglicherweise aus Gerste und Zichorie auf unserem Herd selbst gebrannt - wird noch gekocht, und der Plausch im Plüsch kann beginnen.


Die Küche

Einfach aber einfallsreich waren die Haushaltsgeräte, mit denen noch in der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts gearbeitet wurde. Ein paar Beispiele: Der Herd war das ganze Jahr über in Betrieb, denn er diente vor allem zum Essenkochen. Bemerkenswert das 'Schiff', in dem das ganze Jahr über warmes Wasser bereitet wurde.
Die Handtücher, immer verborgen hinter dem gestärkten Überhandtuch mit den Stickereien. Das Haar wurde über dem Wasserstein mit Kern- oder Schmierseife gewaschen und mit Essig ausgespült. Die Frauen haben ihr Haar dann mit der Brennschere in flotte Wellen gelegt. Die Badebütt wurde am 'Badtag', was meistens der Samstag war, mit warmem Wasser aus dem Schiff und aus zusätzlich auf dem Herd erhitzten Wasser gefüllt, und anschließend badete sich die ganze Familie in diesem Wasser. (Über die Reihenfolge: erst Eltern und dann die Kinder oder umgekehrt, gibt es verschiedene Überlieferungen.) Der Inhalator wurde hervorgeholt, wenn eine Erkältung aufkam. Er versprühte ätherische Öle, die teilweise aus Kräutern und Gräsern selbst gewonnen wurden, direkt in den Mund des Patienten. Im Eisschrank wurden sommers die meist nur spärlich vorhandenen verderblichen Lebensmittel sowie die Essensreste bis zum Aufwärmen für die nächste Mahlzeit aufbewahrt. (Im Winter erfüllt die Fensterbank denselben Zweck.) Das Eis wurde entweder aus den im Winter mit Natureis gefüllten Eisgruben geholt oder - späterhin - von den Brauereien als Stangeneis gekauft. Eine Eisstange wog bis zu 25 kg und hielt je nach Wetterlage 2 bis 4 Tage vor.
Dann mußte man halt wieder Eis kaufen, das auch vom Pferdewagen herunter angeboten wurde. - Und wehe, man vergaß, die Schüssel mit dem Schmelzwasser zu leeren. ... Das Spielzeug hatte noch keine Motoren; bestenfalls wurden die physikalischen Gesetze genutzt, um den Akrobaten seine Kunststücke vollführen zu lassen.


Die Schlafstube

Als Schlafunterlage diente vor ca. 80 bis 100 Jahren insbesondere die Kapok-Matratze. Aber auch Stroh war keine Seltenheit; für das Kopfkissen bevorzugte man allerdings Gänsefedern oder auch Heu. Das 'Waschlavoir' war in fast jeder Schlafstube anzutreffen und wurde den damaligen Hygienevorstellungen wohl ausreichend gerecht. Der Nachtstuhl half, eine nächtliche Wanderung zum Abort auf den Hof zu vermeiden.