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Der Heimat- und Verkehrsverein Ginsheim wurde am 12. Juni 1954 im Cafe Ambach in der Ringstrasse von 69 Ortsbürgern gegründet.

Ziel des Vereins war insbesondere die Förderung des Ausflugs- und Fremdenverkehrs durch den Wiederaufbau des Strandbades, die Erstellung von Prospekten und Werbeplakaten, das Angebot an Postkarten sowie die Schaffung von Übernachtungsmöglichkeiten und Campingplätzen für Touristen.

 

Schon bei der Gründung wurde darauf Verwiesen, dass sich der neue Verein die Liebe zur Heimat, die Erforschung der Vergangenheit und die Erstellung einer Ortschronik als Ziel setzen werde. Zum ersten Vorsitzenden des Vereins wurde Rektor Otto Wenke gewählt.

 

Zwischen 1955 und 1975 organisierte der Verein mehrere Heimatabende und Vortragsreihen über die Geschichte von Ginsheim und führte jährlich Foto- und Blumenschmuck-Wettbewerbe durch.

 

Im Jahr 1962 hat der HVV erstmals gegen die damals beabsichtigte Zuschüttung des Mühlkanals protestiert. Zunächst noch mit Erfolg, der aber bekanntlich letztendlich nicht von Bestand war.

 

Anfang der 70er Jahren beschränkte sich das Vereinsleben dann fast nur auf die Ausführung einer jährlichen Fastnachtsveranstaltung und auf Ausflugsaktivitäten. Die Fastnachtsveranstaltungen fanden zunächst im Café Ambach statt. Woher die HVV-Sitzungen ihren besonderen Charakter damals wie heute hatten und haben, drückte Otto Wenke in der Sitzung vom 26.1.1963 wie folgt aus: “Wir haben kein Programm, sondern jeder, der in der Bütt etwas Humorvolles zu sagen weiß, kann zum Gelingen beitragen.” Und es ist noch heute so, dass jedes Mitglied sich melden und in die Bütt steigen kann.

Das Jahr 1974 brachte eine Krise für den Verein. Das erste Hauptziel des Vereins, die Vorbereitungen zur Veröffentlichung einer Ortschronik, war abgeschlossen. In Bezug auf das zweite Hauptziel, Ginsheim zu einem Fremdenverkehrsziel zu machen, war man zu der Auffassung gelangt, dass dies nie erreicht werden kann. Da andererseits im Rahmen der Naherholung jedoch an den Wochenenden so viele Menschen nach Ginsheim kamen, musste man hierfür keine Reklame mehr machen. Auch die Blumenschmuck- und anderen Wettbewerbe hatten mit der Zeit an Anreiz verloren. Somit schlug der Vorstand die Vereinsauflösung vor.

Erfreulich, dass es anders kam. Nach 21 Jahren Vereinsführung wollte der Vorsitzende Otto Wenke 1975 zurücktreten und das Ruder in die Hände von jüngeren Leuten mit neuem Elan legen. Und er hatte auch zu der Generalversammlung vom 31.10.1975 schon einen möglichen Nachfolger mitgebracht, der den Verein wieder zu seiner alten Blüte bringen sollte. Zugleich wurde dem Vorschlag des Vorstandes zugestimmt, dass der Verein durch eine Satzungsänderung in “Heimat- und Verkehrsverein Ginsheim-Gustavsburg e. V.” umbenannt wurde, da nicht Ginsheim sondern Ginsheim-Gustavsburg die Heimatgemeinde ist. Zum 1. Vorsitzenden des umbenannten Vereins wurde der von Otto Wenke vorgeschlagene und in der Heimat- und Altertumsforschung sehr bewanderte Verwaltungsbeamte Claus Daschmann gewählt.

Im November 1978 wurde die erste Ausstellung “Freie Zeit – genutzte Zeit” ausgeführt, und zwar im evangelischen Gemeindehaus. Mit mehr als 800 Besuchern fand diese Ausstellung ebenso wie die in größeren Abständen folgenden Ausstellungen einen sehr guten Zuspruch.

 

Dann kam ein riesig großes Ereignis auf den HVV zu: In der Jahreshauptversammlung vom 19. Mai 1979 konnte Claus Daschmann vermelden, “dass er von Bürgermeister Brunner die Zusage habe, dass nach dem Umbau des ehemaligen Rathauses Räume für die Einrichtung einer heimatkundlichen Sammlung zur Verfügung gestellt werden sollen. Die Betreuung dieser Sammlung soll durch den Heimat- und Verkehrsverein erfolgen. Bis zur endgültigen Realisierung gingen jedoch noch einige Monate voller Bangen und Unsicherheiten ins Land.

 

Es dauerte dann bis zum 24. September 1980, als der Gemeindevorstand und die Gemeindevertretung nach Abwägung mehrerer Varianten letztendlich beschlossen, das ehemalige Rathaus auf Dauer zu erhalten und dem Heimat- und Verkehrsverein die Räume im Erdgeschoss für die Einrichtung einer heimatkundlichen Sammlung zu überlassen. Da die Gemeinde aufgrund der angespannten Haushaltslage die erforderliche Renovierungs-arbeiten nicht voll finanzieren konnte, renovierten die Vereinsmitglieder des HVV in über 1500 freiwilligen Arbeitstunden das komplette Haus. Wochenende für Wochenende und zudem noch an einigen Abenden in der Woche arbeiteten diese Helfer über Monate hinweg daran, aus einem fast abbruchreifen “alten Kasten” ein wahres Schmuckkästchen zu machen.

 

Es war ein unglaublicher Einsatz, der heute fast nicht mehr nachzuvollziehen ist. Zusätzlich trugen die damaligen Helfer zahlreiche Ausstellungstücke für die heimatkundliche Sammlung zusammen, so dass bei der Eröffnung schon ein ansehnlicher Fundus vorhanden war, der heute noch als Grundstock für das Museum dient. Finanziell wurde die Aktion unterstützt durch den Verkauf von “Bausteinen” (Zeichnung des Hauses mit Zusatzinformationen) zum Preis von je 5 DM, die in guter Zahl von der Bevölkerung erworben wurden.

 

Vom 4. bis 7. Juni 1982. beteiligte sich der HVV erstmals am Ginsheimer Altrheinfest. Es wurde zusammen mit der Siedlergemeinschaft in einem eigenen Stand “neben Wein und alkoholfreien Getränken auch Erbsensuppe mit Würstchen sowie Mohnstangen mit Schinken und Käse feilgeboten”.

 

Auch im Jahr 1982 wurde im und am Museum weitergearbeitet. Die Gemeinde ließ das Dach sanieren; dadurch blieben nicht ausreichend Mittel für all die weiteren erforderlichen Arbeiten übrig. Die Helfer des HVV boten an, den alten Verputz abzuklopfen, das Fachwerk zu entnageln und die Spenglerarbeiten zu übernehmen. Diese wichtigen Außenarbeiten wurden im Oktober und November 1982 durchgeführt – und es blieb bei den Beteiligten in Erinnerung, wie glücklich sie waren, tatsächlich das durch Infrarot-Aufnahmen festgestellte Fachwerk in gutem Zustand vorzufinden. Der HVV leistete übrigens neben der Selbsthilfe auch einen beachtlichen finanziellen Beitrag zu der Renovierung des Hauses.

 

Die Museumseinweihung am 29. Oktober 1983 markiert einen bedeutenden Höhepunkt im Vereinsleben des Heimat- und Verkehrsvereins. Neben dem Museum selbst konnte auch der Platz vor dem alten Rathaus nach der Umgestaltung “eingeweiht” werden. Es ist erwähnens-wert, dass der Ginsheimer Architekt Philipp Laun die Kosten für diese Umgestaltung und für den Brunnen übernahm.

 

Nach der Eröffnung des Museums trieb der Verein weiterhin den Ausbau des Gebäudes und die Erweiterung der heimatkundlichen Sammlungen rege und hoch motiviert voran. Zudem beteiligte sich der HVV aktiv am gesellschaftlichen und kulturellen Leben der Gemeinde: durch Mithilfe bei den Vorbereitungen für das Altrheinfest, Erstellung von Sonder-austellungen, Museumsführungen für Schulklassen und Besucher, In- und Auslandsfahrten und durch das Mitwirken bei heimatbezogenen Forschungen.

Im November 1985 konnte das Obergeschoss des Hauses fertig gestellt werden – und auch dieses wurde wieder im Rahmen einer Ausstellung “Freie Zeit – genutzte Zeit” seiner Bestimmung übergeben. Mehr als 1.000 Besucher kamen zu diesem kleinen Volksfest.

Im Mai 1987 gab der langjährige Vereinsvorsitzender Claus Daschmann sein Amt aus Gesundheitsgründen ab. Die “Ära Daschmann” war neben dem Museumsausbau stark geprägt durch zahlreiche lokale Führungen, durch Fahrten in die nahe und ferne Umgebung sowie Mehrtages-Reisen bis hin nach Frankreich – nach Paris, an die Loire, in die Bretagne und in das Burgund

 

Nach dem Ausscheiden von Claus Daschmann übernahmen Erwin Dürr (von 1987 bis 1991) und Ingrid Jabang, geb. Langendorf (von 1991 bis 1996) den Vorsitz. Die fast schon Tradition gewordenen Veranstaltungen wurden weiterhin mit vollem Einsatz durchgeführt wie z. B. Fastnachtsabend, Wanderung, Altrheinfestbeteiligung, Beteiligung am Umwelttag, Museumsführungen usw. Auch der Ausbau des Dachgeschosses im Museum wurde weiter vorangetrieben.

Im Jahr 1992 hatte das Museum eine ständige Besetzung: Die Gemeinde stellte einen Historiker ein, der das umfangreiche Archivmaterial aufarbeitete und ordnete. Der HVV beteiligte sich an den Kosten.

Am 11. und 12. September 1993 feierten wir das 10-jährige Bestehen des Heimatmuseums und die Eröffnung des Dachgeschosses mit einem Straßenfest vor dem Museum. Festredner war der Kulturdezernent und Bürgermeister der Stadt Mainz Dr. Anton Maria Keim – nicht zuletzt in Anbetracht der Tatsache, dass die Stadt Mainz, wie auch heute noch, die grundbuchrechtliche Eigentümerin des alten Rathauses und heutigen Museumshauses ist. Dieses Fest, das zwei Tage lang volles Programm bot, fand einen großartigen Zuspruch.

Zum Altrheinfest 1995 beschickte der HVV erstmals alleine den Weinstand, der 13 Jahre lang gemeinsam mit der Siedlergemeinschaft bewirtschaftet wurde. Als äußeres Zeichen hierfür wurde der Stand neu gestaltet.

Zwischen März 1996 und April 2006 übernahm Herbert Jack den Vorsitz des Vereins.

“Das” HVV-Ereignis im Jahre 1998 war der Mittelalterliche Markt im Bansen. Er selbst, mit viel Einsatz und Liebe zum Detail von allen Ausstellern hingebungsvoll gestaltet, sowie das Rahmenprogramm im Ort und in der Kirche und nicht zuletzt das hervorragende Wetter machten aus dem verwegenen Plan eine sehr ansprechende und gut angenommene Veranstaltung.

 

1999 konnte nach langer Pause wieder die erste Frankreichfahrt, und zwar in die Champagne, angeboten werden. Die gebotene Mischung aus Kultur und Lukull kam gut an, und somit folgten im Jahresrhythmus Fahrten in das Elsass (2000), in den französischen Jura (2001), zur Tour de France nach Paris (2002) und nach Luxemburg und in die französischen Ardennen (2003).Die Fahrt 2004 führte uns in das Burgund und 2005 nach Lothringen.

 

Am 30. Oktober 2001 startete ein neues Programm: Autorenlesungen im Heimatmuseum. Im Rahmen dieser Reihe saßen bislang zahlreiche Autoren in der Schusterwerkstatt des Heimatmuseums.

 

Seit Oktober 2003 werden die Exponate des Heimatmuseums inventarisiert. Jedes einzelne Stück wird gemessen, in seinem Aussehen und in seiner Funktion beschrieben, hinsichtlich der Herkunft erfasst, nummeriert, fotografiert und per PC dokumentiert.

 

Im Jahr 2004 konnte der HVV sein 50-jähriges Bestehen feiern. Hierzu konnte als Schirmherr und Laudator Herr D. Anton Maria Keim, früher Kulturdezernent der Stadt Mainz, gewonnen werden. In einem großen Festzelt in der gesperrten Hauptstrasse fand vom 10. bis 12. September ein Festwochenende mit Akademischer Feier, Frühschoppen und einem „Abend der Vereine“ statt.

 

In der Zeit von 1998-2004 wurde vom HVV eine umfangreiche Dokumentation über die letzten Rheinschiffsmühlen in Ginsheim erstellt. Die letzte dieser Schiffsmühlen verbrannte im Bombenhagel des 2. Weltkrieges im Mainzer Winterhafen. Pläne hierzu konnten nicht mehr ausfindig gemacht werden. Mit Hilfe einer Forschungsgruppe der Fachhochschule Wiesbaden um die Professoren Hans-Jürgen Holland und Peter Fröhl sowie mit Beratung durch Herrn Karl-Heinz Schanz vom Hessischen Mühlenerhaltungsverein gelang es, ein computergestütztes, wahrheitsgetreues Abbild des Innenraumes einer Schiffsmühle zu erstellen. Hierzu diente auch ein Besuch im Deutschen Museum in München, wo sich ein originalgetreues Modell der Schiffsmühle befindet. Darüber hinaus liess der HVV einen Demonstrations-Film “Ginsheimer Schiffsmühlen” erstellen. Zusätzlich wurden im Jahre 2003 von HVV-Mitgliedern aus einer Mühle in Salzböden/Oberhessen Originalbauteile demontiert und in Ginsheim für einen späteren Mühlennachbau eingelagert.
Im Janr 2006 hat sich der Vorstand des HVV jedoch dazu entschlossen, das Projekt “Neubau/Nachbau einer Rheinschiffsmühle” in eigener Regie nicht weiterzuverfolgen. Zum einen war eine Finanzierung zum damaligen Zeitpunkt nicht darstellbar und zum anderen war es dem HVV alleine nicht möglich, einen späteren Betrieb und die Unterhaltung einer solchen Mühle zu gewährleisten. Das Mühlenprojekt wurde von dem 2008 neu gegründeten „Verein Historische Rheinschiffsmühle e.V.“ weiterbetrieben und realisiert.

 

Am 5. April 2006 übernahm Günter Schmitt den Vorsitz des Vereins, den er bis 2012 inne hatte.

Die jährlich wiederkehrenden Veranstaltungen wie Karnevalistischer Abend, Dankeschön-Abend, Altrheinfestbeteiligung, Lesungen, Vereinsausflug sowie Oster- und Weihnachtsmarkt fanden regelmäßig statt.

 

Für sein Engagement im Museum erhielt Horst Seil im Januar 2007 den Bürgerpreis der Gemeinde Ginsheim-Gustavsburg.

 

Ein Höhepunkt im Jahr 2007 war die von Josef Iberer organisierte und durchgeführte Traktorenausstellung am 08. und 09. September. Am Sonntag zog sich eine lange Schlange von Trakoren durch die Ginsheimer Straßen und endete mit dem abschließenden Schaudreschen im Bansen.

 

Im Jahr 2009 bemühte sich der Verein gemeinsam mit der Gemeinde, das zum Verkauf stehende Anwesen - Hauptstraße 18 - für die Erweiterung des Heimatmuseums zu nutzen. Leider fehlten der Gemeinde die Haushaltsmittel, um das Anwesen zu erwerben.

 

2011 feierte die Gemeinde 1225 Jahre Ginsheim. Aus diesem Anlass veranstaltete der HVV zwei Vortäge, an denen Dr. Metzner und Dr. Hinkel zur Geschichte der Gemeinde Ausführungen machten.

Großen Interesse fand ein sonntäglicher Ortsrundgang im Mai 2011.  Unter dem Motto „Goethe in Ginsheim“ schlüpfte Hans-Benno Hauf in das Gewand des Großen Dichters.

 

Der HVV beteiligte sich am 28. August an dem großen Festumzug durch die Ginsheimer Ortsstrassen. Im September war im Museum eine Ausstellung „Ortsentwicklung Ginsheim in Karten und Bildern“ zu sehen, die die Vorstansmitlieder Hans-Benno Hauf und Erwin Dürr zusammengestellt haben.

 

Bei der Jahreshauptversammlung am 01. Oktober 2012 wurde Martin Hofmann als erster Vorsitzender gewählt.

 

Das 30-jährige Bestehen des Heimatmuseums Ginsheim wurde am 13. Oktober 2013 mit einem Museumsfest gefeiert. Dabei wurde auch der neue Brunnenstock eingeweiht und in einer Bilderausstellung an die Renovierung des Hauses erinnert.

 

Aus Anlass des Museums-Jubiläums zeigte der HVV an den Öffnungstagen Sonderausstellungen über die „Ginsheimer Weisse Flotte“, „Badefreuden am Altrhein und Strandbad“ und „Winterfreuden auf dem Eis“.

 

Im Jahr 2014 wurden diese Ausstellungen mit den Themen „Fähren auf dem Ginsheimer Altrhein“, „Das Altrheinufer und die Dammstrasse im Wandel der Zeit“ und „Denkmale in Ginsheim-Gustavsburg“ fortgesetzt.