|
Einfach aber einfallsreich waren die Haushaltsgeräte, mit denen noch in der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts gearbeitet wurde. Ein paar Beispiele: Der Herd war das ganze Jahr über in Betrieb, denn er diente vor allem zum Essenkochen. Bemerkenswert das 'Schiff', in dem das ganze Jahr über warmes Wasser bereitet wurde. Die Handtücher, immer verborgen hinter dem gestärkten Überhandtuch mit den Stickereien. Das Haar wurde über dem Wasserstein mit Kern- oder Schmierseife gewaschen und mit Essig ausgespült. Die Frauen haben ihr Haar dann mit der Brennschere in flotte Wellen gelegt. Die Badebütt wurde am 'Badtag', was meistens der Samstag war, mit warmem Wasser aus dem Schiff und aus zusätzlich auf dem Herd erhitzten Wasser gefüllt, und anschließend badete sich die ganze Familie in diesem Wasser. (Über die Reihenfolge: erst Eltern und dann die Kinder oder umgekehrt, gibt es verschiedene Überlieferungen.) Der Inhalator wurde hervorgeholt, wenn eine Erkältung aufkam. Er versprühte ätherische Öle, die teilweise aus Kräutern und Gräsern selbst gewonnen wurden, direkt in den Mund des Patienten. Im Eisschrank wurden sommers die meist nur spärlich vorhandenen verderblichen Lebensmittel sowie die Essensreste bis zum Aufwärmen für die nächste Mahlzeit aufbewahrt. (Im Winter erfüllt die Fensterbank denselben Zweck.) Das Eis wurde entweder aus den im Winter mit Natureis gefüllten Eisgruben geholt oder - späterhin - von den Brauereien als Stangeneis gekauft. Eine Eisstange wog bis zu 25 kg und hielt je nach Wetterlage 2 bis 4 Tage vor. Dann mußte man halt wieder Eis kaufen, das auch vom Pferdewagen herunter angeboten wurde. - Und wehe, man vergaß, die Schüssel mit dem Schmelzwasser zu leeren. ... Das Spielzeug hatte noch keine Motoren; bestenfalls wurden die physikalischen Gesetze genutzt, um den Akrobaten seine Kunststücke vollführen zu lassen.
|